Noten/Veröffentlichungen
Tobias Morgenstern Künstler, Akkordeonist, Komponist, Arrangeur
und Produzent

Morgenstern´s Accordion 60 different tunes - Spielbuch für Akkordeon

Liebe AkkordeonistInnen,

das vorliegende Album ist ein Spielbuch mit verschiedensten Stücken, die sowohl zum Vortrag, aber auch einfach nur so zum Spielen gedacht sind.

In den Kompositionen finden sich Stile wieder wie Jazz, Latin, Pop, Tango, Country, Klassik oder Volksmusik. Der empfohlene Tastaturumfang ist 27 Tasten und 96 Bässe (nur Standardbass).

Im Laufe der letzten Jahrzehnte habe ich in unterschiedlichsten Formationen und Besetzungen gespielt und dabei als Akkordeonist meine Erfahrungen gemacht. Oft musste ich feststellen, dass mir die Kollegen auf anderen Instrumenten vor allem in ihrer stilistischen Ausprägung und Sicherheit überlegen waren. Das war weniger eine Frage der Technik. Vielmehr wurde mir bewusst, dass für mich heraus zu finden war, warum das auf dem Akkordeon nicht so überzeugend klingt. Die Frage war, wie ich diese Figur oder jene Phrase auf dem Akkordeon spielen muss, damit es sich mit den anderen Instrumenten gut mischt oder sich einordnet.
Was muss ich auf dem Akkordeon verändern, vielleicht sogar weg lassen oder anders aufteilen, damit ein Rhythmus, der z.B. auf der Gitarre so einfach ist, auf dem Akkordeon genauso überzeugend klingt. Dabei merkte ich, was auf dem Akkordeon gut liegt, was funktioniert, aber ebenso stellte ich fest, was irgendwie gar nicht geht.

Viele dieser Erfahrungen habe ich nun in die vorliegenden 60 Stücke einfließen lassen.
Es sind also keine reinen Jazz-, Tango-, Musette- oder Latin-Kompositionen, wenn auch immer wieder Elemente aus diesen Stilistiken oder diesen Genres auftauchen. 
Es gibt kleine Vortragsstücke, aber auch einfache Studien, die nur eine bestimmte Spielart oder ein Rhythmuspattern aufgreifen und vielleicht etwas variieren. Ich verwende gern verschiedenste Akkordkombinationen im Bass. Meiner Meinung nach hat das Akkordeon da noch viele ungenutzte klangliche Reserven. Am Anfang wird das vielleicht etwas ungewohnt sein, aber schon nach kurzer Zeit werdet ihr euch damit anfreunden und Spaß an diesen Akkordverbindungen haben. 
Die Struktur vieler Stücke ist so angelegt, dass man mit beiden Händen den Rhythmus oder den Groove erzeugt. Die strenge Teilung des Akkordeons in Melodie bzw. Diskant und Bass halte ich nur in wenigen Fällen für gerechtfertigt. Ein Pianist spielt schließlich auch mit beiden Händen die gesamte Struktur des Stückes und ist nicht in der Mitte seines Körpers halbiert. 
In vielen Stücken werdet ihr also Patterns oder Rhythmusmodelle finden, die ihr, wenn es euch geeignet scheint, auch in andere Stücke eurer Wahl übertragen könnt. Versucht diese Patterns gut zu erfassen, vor allem rhythmisch. Wichtig ist, für das Akkordeon eine entsprechende instrumentengerechte Übersetzung des jeweiligen Originals zu finden. 
Wie kann man z.B. bei einer Samba oder einem Popsong einen Rhythmus auf dem Akkordeon spielen, ohne die originale Vorlage zu beschädigen bzw. nur sonderbar daran zu erinnern? 
Wie entsteht ein eigenes, instrumententypisches Arrangement für das Akkordeon? Sicher kann man nicht alles spielen, nicht alle Funktionen gleichzeitig bedienen, aber man kann vieles markieren oder anspielen. 
Das funktioniert aber nur, wenn die Melodien und Rhythmen in einer präzisen und sauberen Stilistik erklingen. Besonders im solistischen Vortrag spielt das exakte Timing eine große Rolle. Entscheidend dabei sind die Tonlängen und die schwer-leicht-Verhältnisse von Tönen. 
Findet also heraus, wo man einen Lauf richtig ausspielen kann wie im klassischen Sinne oder wo es in der Phrase Töne gibt, die besser nur ganz kurz angerissen werden sollten (auch deadnotes genannt). Manchmal sieht das Notenbild schwerer aus, als es tatsächlich ist. 
Dann empfehle ich, einfach das Playback anzuhören und nachzuspielen. Im Zweifelsfall kann man auch mal etwas weglassen. Die Hauptsache ist, dass ihr den Stil und die Art des Stückes erfasst und es Spaß macht. In einigen Fällen habe ich die Artikulation genau notiert, dort ist es dann sinnvoll, diese auch zu spielen. In vielen anderen Fällen habe ich gänzlich auf Hinweise für Artikulation und Stilistik verzichtet. Sie ist also nicht festgelegt, man kann selbst Varianten probieren. Oft ergibt sich aus dem Zusammenhang und beispielsweise der Wahl des Tempos schon eine passende Spielweise für das Stück. 
Die vorliegenden Playbacks geben ebenfalls eine Empfehlung dazu ab. Auf Fingersätze im Diskant habe ich verzichtet, da sie für Piano- und Knopfspieler unterschiedlich sind. Lediglich im Bass findet ihr relativ oft Fingersatzempfehlungen. Sie sollen auch helfen, die richtigen Akkordkombinationen schnell zu finden. Ebenso habe ich Harmoniesymbole nur dort geschrieben, wo der Akkord aus einer Akkordkombination besteht, damit man erkennen kann, aus welchen Akkorden sich die Kombination zusammensetzt. Der Basston ist dabei nicht extra mit bezeichnet. 
Jetzt bleibt nur noch allen Interessierten viel Spaß und einen leichten Zugang zu den Stücken zu wünschen! Und wie schon Manfred Schmitz sagte „…spielen, spielen, spielen!“. 
Tobias Morgenstern, März 2015


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http://www.ama-verlag.de/product_info.php/info/p596_Morgenstern-s-Accordion.html

Moderne Stilistik auf dem Akkordeon - Workshop für Akkordeon

Grundlage für den Workshop bildet das Buch: Morgenstern´s Accordion – 60 different tunes Erschienen im AMA Verlag 610473/ 2015 ISBN 978-3-89922-197-8 

Der Workshop beschäftigt sich mit Stilen wie Jazz, Latin, Pop, Tango, Country,  Klassik oder Volksmusik. Im gemeinsamen improvisatorischen Spiel werden verschiedene Übungen ausprobiert. Das Erfinden von Rhythmuspattern und variieren,  verschiedenste Akkordkombinationen im Bass zu nutzen, mit beiden Händen den Rhythmus oder den Groove erzeugen, die Kontrolle über das exakte Timing zu erlangen, oder auch das Anlegen von instrumententypischen Arrangements. u.v.m.

So werden Strukturen, Patterns oder Modelle erlernt, die auch in andere Stücke übertragen werden können.

Am besten arbeitet es sich in kleinen Gruppen bis zu max. 5  Spielern, aber auch eine einzelne Betreuung ist je nach Möglichkeiten des Kurses möglich. 


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